Wer Ökostrom bezieht, beschleunigt damit nicht unbedingt den Ausbau der erneuerbaren Energien in Deutschland. Schuld daran ist ein Zertifizierungssystem, das es ermöglicht, europaweit mit so genannten „Herkunftsnachweisen“ (EECS-Zertifikaten) zu handeln und so aus Kohle- und Atomstrom grün gelabelten Strom zu machen. So beziehen viele Verbraucherinnen und Verbraucher Strom, der nicht im Inland, sondern unter anderem in österreichischen und norwegischen Wasserkraftanlagen gewonnen wird.

Laut Umweltbundesamt beziehen etwa 11,8 von 12 Prozent aller Ökostromkunden umgewidmeten Strom. Dabei verhindere der Mechanismus der Herkunftsnachweise Transparenz auf dem Strommarkt und den direkten Impuls zum Zubau von erneuerbaren Energien Anlagen im Inland. Leider zeichnet sich auch im Rahmen der EEG Novelle 2014 keine Besserung dieses Zustandes ab.

Die drei Ökostromanbieter EWS Schönau, Naturstrom AG und Greenpeace Energy fordern eine klarere Zertifizierung: Nur wer in neue Anlagen investiert, verdient den Namen Ökostromanbieter. „Ökostromtarife mit einfachen EECS-Zertifikaten geben keinen Marktimpuls und sind daher nutzlos“, sagt Christoph Orgassa von Naturstrom AG. So simpel es klingt, leisten dies nur wenige Anbieter auf dem Markt. Unter anderem zwei unserer Mitglieder: die ESW Schönau und die Naturstrom AG.

Zu dem Thema existieren bereits einige Kampagnen. Die wohl bekannteste ist “atomausstieg-selbermachen. de“. Dort bekommt man einen Überblick über Ökostromanbieter, die inländischen Ökostrom anbieten und gleichzeittig den Zubau von erneuerbare Energien Anlagen fördern. Die bisher sicherste Zertifizierung für erneuerbaren Strom ist das Ökolabel der Umweltverbände „Grüner Strom“.

Die beiden UnternehmensGrün-Mitglieder EWS Schönau und Naturstrom AG stehen gerne für Fragen und Wechselwünsche zur Verfügung.